Typografie

In der Medientheorie steht Typografie für gedruckte Schrift in Abgrenzung zu Handschrift (Chirografie) und elektronischen sowie nicht literalen Texten. Meist bezeichnet Typografie heute jedoch den Gestaltungsprozess, der mittels Schrift, Bildern, Linien, Flächen und typografischem Raum auf Druckwerke und elektronische Medien angewendet wird …  → wikipedia.de

Typografische-Begriffe_660x465

Gute Schrift kostet Geld. Diese Abbildung zeigt anschaulich, wieviel Arbeit in der Entwicklung steckt und weshalb das Produkt Schrift hinterher Geld kostet.

Meine Kunden können manchmal nicht einschätzen, weshalb und wieviel. Daher möchte ich kurz beschreiben, welchen Stellenwert Typografie hat und grob über die Kosten informieren.

Die Schrift ist Träger von Information und Identität. Gute Typografie strukturiert den Inhalt und bereitet ihn nach sachlich-logischen und ästhetisch-emotionalen Gesichtspunkten auf. Gute Typografie drängt sich nicht auf, drängt sich nicht zwischen Inhalt / Autor und Leser. Sie erleichtert es zu verstehen, was gesagt wird (Information) und wie / von wem (Identität) es gesagt wird.

Die Information, die vermittelt werden soll, muss gut lesbar sein. Gute Schriften sind so aufgebaut und „programmiert“, dass sie sowohl im Kleinen als auch im Großen gut lesbar sind. Die Abstände der Buchstaben sind ausgeglichen worden, so dass je nach Buchstabenkombination ein optisch schöner, gleichmäßiger Fluss entsteht.

Das darf man bei kostenlosen Schriften nicht unbedingt erwarten. (Selten wird ein Schriftgestalter derart viel Arbeit in die Entwicklung einer später kostenfreien Schrift investieren.) Die Buchstaben- und Wortabstände sind daher häufig mal enger, mal weiter und nicht aufeinander abgestimmt. Der Text bekommt „Löcher“ oder „schwarze Stellen“, wenn Worte zu eng zusammenstehen. Vielfach gibt es bestimmte Satzzeichen nicht – Eurozeichen, Semikolon oder korrekte Anführungszeichen beispielsweise fehlen. Wobei kostenfreie Schriften durchaus ihre Berechtigung haben. Zum Beispiel: Wenn man eine einzelne Überschrift interessant hervorheben möchte; einmalig, schrill, thematisch, auffällig. Dann ist es in vielen Fällen zu kostspielig, eine ganze Schriftfamilie zu kaufen.

Wenn wir jedoch von den sogenannten Hausschriften sprechen, ist das etwas anderes. Sie sind identitätsgebend und werden überall in erster Linie verwendet. Womit wir zum zweiten Aspekt kommen. Die Identität, die vermittelt werden soll, enthält häufig auch die Eigenschaften hochwertig und professionell. Das Schriftbild macht aber noch viel detailliertere Aussagen – eine Schrift kann einen technisch Aspekt betonen, lieblich anmuten oder, wie oben bereits genannt, schrill, witzig … oder schrecklich sein. Kurt Weidemann sagte:

„Schlechte Schrift ist ein sicheres Zeichen für Dilettantismus.“

Grundsätzlich ist, wie ich finde, gute Typographie nicht teuer. Zwei einzelne Schriftschnitte reichen bei kleinen Projekten manches mal aus, um „loszulegen“. Sie können dann mit rund 150 Euro für die Lizenzierung rechnen. (Nach oben sind natürlich wenig Grenzen gesetzt.) Mehr Informationen finden Sie zum Beispiel bei Fontshop.